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Visionssuche

Im Dialog mit der Schöpfung

Die Visionssuche ist ein uraltes Ritual, das gleichsam eine spirituelle Urerfahrung der Menschheit aufnimmt. Dieser Weg der (Selbst-)Erkenntnis hat sich in der indianischen Tradition aber auch im asiatischen Kulturraum als eine Form der Initiation oder der spirituellen Übung bis heute erhalten. Spuren davon finden sich in vielen Religionen und Kulturen.

Von Alters her haben Menschen nach Orten in der Einsamkeit der Wildnis, in der Wüsten und auf den Bergen gesucht, an denen die heilenden Kräfte in der tiefe Verbundenheit mit dem großen Ganzen, mit Gott, zu spüren sind.

Den nordamerikanischen Indianern gebührt unser Dank dafür, dass sie dieses Ritual für uns (und für alle Menschen) lebendig gehalten haben.

Christliche Traditionen

Immer wieder wird in der Bibel berichtet, dass Männer und Frauen des Glaubens in die Einsamkeit der Wildnis gegangen sind, um Gott zu begegnen und um Visionen zu erlangen.

Im Markus Evangelium ist kurz und knapp zu lesen: Jesus geht zu Johannes und lässt sich in einem Fluss, dem Jordan von ihm taufen. Danach verbringt er 40 Tage und 40 Nächte fastend in der Wüste. Nur die wilden Tiere und die Engel Gottes begleiten ihn. Erst danach beginnt er mit seinem öffentlichen Wirken.

Die Wüstenväter und die Einsiedler nahmen etwas von dieser Tradition auf. Heute finden wir noch Reste davon in den modernen Pilgerwegen.